Rund um das Facility Management ranken zahlreiche „Begriffsblasen“: von Real Estate Investment Management (REAM), über Corporate Real Estate Management (CREM) und Gebäudemanagement bis zum Public Real Estate Management (PREM). Aber nicht alle Begriffe würden mit ernsthaftem Blick auf den Kundennutzen gelebt.
Würde man alle neu hochgekommenen „Begriffs-Etiketten“ (Prischl) für bare Münze nehmen, so müsste eine typische Immobilien-Wertschöpfungskette mindestens sechs separate Dienstleister umfassen, wo jeweils die einer den nächstfolgenden beauftragt („Immobilienwirtschaftliche Nahrungskette“):
1. Investment Management
2. Portfolio Management
3. Asset Management
4. Property Management
5. Facility Management
6. Facility Services.
Peter Prischl argumentierte dagegen, dass es wohl ein Wunschtraum sei, dass eine Immobilie so viel Geld verdient, dass für jede dieser sechs Stufen ein Gewinn und eine adäquate Risikomarge „drin“ sei. In Wahrheit, so Prischl, rechtfertige ein effizientes Immobilien- und Facility Management nur zwei (höchstens drei) Funktions- oder Aufgabenbündel: 1. Investment-Management + Portfolio Management 2. Real Estate Portfolio Management + Real Estate Asset Management + Property Management + Facility Management + Facility Services 3. (Einzelne Facility Services).
Asset Management schafft Werte durch Entscheidungen
Zu den Kernentscheidungen im Real Estate Asset Management gehören das Kaufen (funktional zuständig: Makler), das Entwickeln (Entwickler), das Halten (Facility Management / „Property Management“), und der Verkauf (Makler). Asset Management Entscheidungen müssen nach Ansicht Prischls stets in einem disziplinierten, klaren Prozess getroffen werden, einem geschlossenen betriebswirtschaftlichen Modell mit mehreren Optionen. Das eingesetzte Kapital kann nicht nur durch Immobilienentwicklung erreicht werden, sondern auch durch Bestandshaltung und Management im Besitz befindlicher Immobilien.
Property Management sorgt für das Gewinnen und Halten von Mietern
In Großbritannien bedeutet „property“ das gleiche wie „real estate“, also auf Deutsch: Immobilie. Da die meisten institutionellen Immobilieninvestoren ursprünglich aus englischsprachigen Ländern kamen, verwendeten sie den Ausdruck „Property Manager“ wenn sie einen „Kümmerer“ für ihre Gebäude suchten. Die Kernaufgaben des Property Managements seien laut Prischl das Gewinnen und Halten von Mietern sowie das Rechnungs- und Berichtswesen für den Eigentümer.
Facility Management sorgt für die Verbesserung der Produktivität des Kerngeschäfts
Facility Management basiert im Gegensatz zum Property Management auf einer Europa-Norm (EN 15221) und wird systematisch an Universitäten in der ganzen Welt unterrichtet. „Alle Property Management Prozesse sind im Facility Management beinhaltet“ so Prischl, und beweist dies anhand der GEFMA-Richtlinie 100 „Facility Management Hauptprozesse“. Facility Management hat als Kern einen ganzheitlichen Ansatz zur Verbesserung des Kerngeschäfts jeder Organisation, indem es für die Menschen produktive Arbeitsplätze und Behausungen samt dazugehörigen Dienstleistungen erstellt – in menschlich, ökonomischer und ökologisch zufriedenstellender Weise.
Prischl: „Begriffe wie Asset Management und Property Management werden vor allem als Marketing-Etiketten verwendet. Es gibt keine einheitliche Definition von Asset Management oder Property Management, die tatsächlichen Tätigkeiten und Fähigkeiten variieren sehr stark. „Property Management“ ist letztlich ein wichtiger Teil von ganzheitlichem Facility Management. Eine Facility Managerin, die ihren Job ernst nimmt, wird für ihre Kunden alles tun, was ein Property Manager auch tut –und noch viel mehr.“